Wusstet ihr eigentlich…

…dass mit dem bevorstehenden Osterfest, obwohl die Ursprünge in heidnischen Bräuchen fußen, das wichtigste Fest der katholischen Kirche begangen wird? Mich haben die Hintergründe nicht mehr los gelassen  und somit habe ich euch die interessantesten Fakten zusammengefasst.

Am 21. April 2019 feiert die Christengemeinde Ostern. Doch was haben ein Hase, bunte Eier und Naschereien, mit einem kirchlichen Feiertag zu tun?

Ursprung

Die genaue Herkunft des Festes zu bestimmen, hält Historiker seit langer Zeit auf Trapp. Unzählige Sagen, Legenden oder unbestimmbare Schriften drehen sich darum, doch bestätigt werden konnte bislang noch keine. Die Wichtigsten kurz zusammengefasst:

.) Die Germanen nahmen die Tagundnachtgleiche in den wärmer werdenden Monaten zum Anlass ihrer Frühlingsgottheit ein Fest zu bereiten. Ihr Name war Ostara und ihr irdisches Symbol soll der Hase gewesen sein – beides Zeichen der unbändigen Fruchtbarkeit, welches auch mit der Auferstehung Jesu am dritten Tage nach seinem Tod, nicht korrelieren würde. Ihr wurden auch Opfer dargebracht, worin viele Wissenschaftler den Ursprung der Ostergeschenke sehen.

.) Eine weitere Überlieferung führt „Ostern“ auf die Himmelsrichtung Osten zurück, in welcher stets die Sonne aufgeht und die Verbindung zur Auferstehung besonders nahe liegt.

.) Andere Forscher wiederum leiten die Bezeichnung von den Worten „hebdomada in albis“ (Woche in weißen Kleidern) ab. Dabei habe man das Wort albis, lateinisch für Morgenröte, betrachtet. Auch hier wird die Vorstellung von Christus, als im Osten aufgehende Sonne, in den Mittelpunkt gerückt.

Doch auch wenn die Herkunft des Festes nicht klar definierbar erscheint, so ist seine heutige Bedeutung umso wichtiger für Kultur und Religion: die Auferstehung Jesu Christus.

Zentrum der christlichen Religion

Wie überliefert, wurde Jesu Christi von einem seiner Jünger verraten und von der römischen Armee mit dem Tod durch Kreuzigung bestraft. Doch bereits nach drei Tagen verhalf ihm Gott zur Auferstehung und zum Aufstieg in den Himmel. Dieses Ereignis bildet den zentralsten Punkt und somit das wichtigste Fest der christlichen Religion. Aus diesem Grund beginnen Gläubige ihre Osterreise auch immer am Aschermittwoch, mit einer 40tägigen Buß- und Fastzeit, die in der Karwoche endet. Jene trägt auch die Bezeichnung „heilige Woche“ und beginnt mit dem Palmsonntag der für den Einzug Jesu in Jerusalem steht. Der Gründonnerstag symbolisiert den Tag des letzten Abendmahls, Karfreitag den Kreuzigungstag und Karsamstag (an jenem endet die Fastenzeit offiziell) wird als einziger Totentag gefeiert. Am Ostersonntag stieg Jesu aus seinem Grabe und am Ostermontag zeigte er sich seinen Jüngern als Zeichen seiner Unsterblichkeit und der Macht Gottes.

Diesem bedeutendem Feste folgt die 50tägige Osterzeit, welche mit dem Pfingstfest endet.

Bräuche rund um Ostern

 .) Palmkätzchen: Traditionell pilgern am Sonntag vor Ostern die Gläubigen in die Kirchen um sich Palmbuschen weihen zu lassen. In früheren Zeiten galten diese Gewächse als Symbol der Huldigung und des Sieges. Heute gedenken wir mit ihnen an den Einzug Jesu nach Jerusalem.

.) Ratschen: Ein besonders beliebter Brauch in ländlichen Bereichen. Hier gehen die Kinder mit sogenannten „Ratschen“ durch den Ort und ersetzen von Gründonnerstag bis zur Osternacht die Kirchenglocken, welche nach alter Tradition in diesen schweren Zeiten Jesus nicht läuten dürfen.

.) Ostereier: Diese Sitte geht nicht wie im allgemeinen Volksmund geglaubt auf einen heidnischen Ritus zurück, sondern war bereits im Urchristentum ein zentraler Bestandteil des Osterfestes. Denn in vorchristlicher Zeit galt das Ei als Zeichen des erwachenden Lebens. So wie ein Küken sich bei der Geburt aus der harten Schale befreit, konnte Jesu aus seinem Felsgrab entfliehen. Nach alter Legende soll das Ei auch mit der Leidensgeschichte in Verbindung stehen. Maria Magdalena habe einen Wachsoldaten mit einem solchen bestochen um dem Prozess beiwohnen zu dürfen.

Die Gepflogenheit des Bemalens ließ nicht lange auf sich warten. Da die Gläubigen in der Fastenzeit auf tierische Produkte verzichteten, kochten und bemalten sie die alten um sie mit den frischen nicht zu verwechseln. Hierzu wählten sie die Farbe Rot, die das heilige Blut von Jesus Christus versinnbildlichen sollte.

.) Osterhase: Warum genau dieses Tier mit der Auferstehung in Verbindung gesetzt wird, ist bei Historikern bis heute heiß umstritten. Einige führen sein Beisein auf das damalig heidnische Frühlingsfest Ostara herbei, andere wiederum sind der Meinung, dass sich dieser Brauch fälschlicherweise auf eine miss gedeutete Lammfigur zurückführen lässt. Eine weitere Überlieferung besagt, dass bereits im 12. Jahrhundert ein Sakramentarblatt zur Osterliturgie die Initialen eines Hasen beinhaltete, da jener auf Grund seiner fehlenden Augenlider – jene schlafen mit offenen Augen – mit dem allmächtigen Auge Gottes und somit mit der Wachsamkeit Jesus über seine Schafe verglichen wurde. Doch eines steht fest: Schriftliche Erwähnung fand der Osterhase das erste Mal im Jahre 1682. Hier wurde er wegen seiner Fähigkeit besonders früh im Jahr Junge zu gebären, als Symbol der Auferstehung gesehen.

.) Osterlamm: Der bekannteste und wohl verbreitetste Brauch zu Ostern ist der des Osterlamms. Das Schaf galt jeher als Verkörperung allen Lebens, weil es nicht nur Speisen wie Fleisch, Milch und Käse, sondern auch Kleidung, welche aus der Wolle gewonnen wurde, lieferte. Zusätzlich diente es bereits in biblischen Zeiten als Opfergabe für Gott oder verschiedenste Propheten. Somit entwickelte sich der Brauch, Brot oder Kuchen in Form eines Lammes zu backen und es an ältere Menschen zu verteilen, welche dem Gottesdienst nicht mehr beiwohnen konnten. Heutzutage wird dieses Tier auch gerne als Wohndekoration angebracht.

.) Henne und Küken: Sind mit dem traditionellen Osterei natürlich sehr stark verbunden und werden daher ebenfalls zum zentralen Thema an diesen Feiertagen. Zusätzlich verglich sich Jesus Christus im Matthäus Evangelium selbst mit einer Henne, die über ihre Küken wacht.

.) Osterfeuer und Kerzen: Es existieren Überlieferungen aus dem 4. Jahrhundert, die ein Feuer zur Feier der Auferstehung Christus beinhalten. Doch erst im 8. Jahrhundert wurde dies offiziell von der Kirche abgehalten. Hier wurde das Feuer entweder durch einen Brennstein oder Kristall entzunden welches anschließend von einem Priester geweiht wurde. Danach wurden die Kerzen liturgisch präpariert, an der Feuerstelle entflammt und in die dunkle Kirche gebracht in welcher die Gläubigen ihre Kerzen für zu Hause entzünden konnten. Die wiederum entfachten das Herdfeuer als Ostersegen und Zeichen der Auferstehung.

.) Speisenweihe: Eine sehr alte Tradition, welche seit dem 7. Jahrhundert praktiziert wird. Hier ist es Usus die Osterspeisen, darunter süßes Weißbrot, Fleisch, Eier, Kren, Salz und Kräuter zur Kirche zu bringen und weihen zu lassen. Damit wird die Fastenzeit offiziell am Karsamstag beendet.

Ostern heute

Mittlerweile ist das Osterfest zu einem sehr kommerziellen Fest verkommen. Oftmals sind die Hintergründe gar nicht mehr bekannt oder nur mehr im hintersten Teil der Erinnerungen zu finden. Viel wichtiger sind die versteckten Osternester und die damit verbundenen Geschenke geworden, welche im Durchschnitt sogar bis zu 50 Euro kosten.

Wiederum ein Fest der Religion, das dem Handel einen deutlichen Anstieg im Umsatz bereitet. Doch bitte nicht falsch verstehen: Ostern wurde zu einem wunderschönen Familienfest, bei welchem Kinder und Erwachsene gleichsam, Spaß haben gemeinsam Eier zu bemalen und Kuchen oder Brot zu backen. Dennoch ein kleiner Appell von mir: der wahre Hintergrund des Festes sollte trotz allem vermittelt werden. Ob nun religiös oder nicht, dieser Anlass zählt zu einem der wichtigsten Fixpunkte in unserer Kultur und sollte trotz Kommerzialisierung nicht in Vergessenheit geraten!

Frohe Ostern und natürlich viel Spaß beim Suchen 😉

Quellen: Universum, Vivat, Wikipedia, Viversum

Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s