Über Stock und Stein!

Der Türkensturz – ein Wahrzeichen der Buckligen Welt, gelegen im kleinen Dörfchen Gleißenfeld, besticht durch seine Vielseitigkeit und findet dadurch immer mehr begeisterte Naturfans! Ich habe diesen Hügel mit meinem Wauzi Enzo bezwungen.

Eine Wanderung zu unternehmen, beinhaltet nicht immer stundenlanges Gehen, einen Rucksack voller Proviant mitführen zu müssen, oder völlig ermüdet abends zu Hause anzukommen. Einen ein bis zweistündigen Marsch, zum Beispiel, bietet der niederösterreichische Türkensturz, welcher seine Wanderer nicht nur durch die wunderschöne Natur begeistert, sondern auch durch den geschichtlichen Hintergrund.

Historik und Legende

Der Türkensturz ist eine steile Felswand mit gleichnamig künstlich erbauter Ruine, welcher seinen Namen aus Zeiten der Türkenkriege erhalten hat. Genau genommen aus den Jahren 1529 (erste Wiener Türkenbelagerung) bis 1532 wo die Türken sich auch im Pittental aufgehalten haben sollen. Leider gibt es jedoch keine schriftlichen Überlieferungen, nur verschiedenste Legenden und Sagen. Eine davon hat es jedoch mittlerweile in die Niederschriften und Chroniken der Gegend geschafft: Es heißt, dass osmanische Reiter von den im Tal ansässigen Bauern vertrieben wurden und sich in die Wälder flüchteten. Hier sei ihnen dann eine wunderschöne Maid begegnet, welche sie sich in ihrem Frust zu Eigen machen wollten. Doch gänzlich verblendet von Hass und ihrem Wunsch wenigstens einen Sieg an diesem Tag davon zu tragen, stürmten sie ohne jegliche Vorsicht hinter dem Mädchen her. Als sie an die steile Felswand kamen, trat die Schöne zur Seite während die gesamte Türkenschar blind dem Abgrund entgegen sprang. Nur ein einziger Krieger soll durch einen Baum gerettet worden sein. Jener war nach reiflicher Überlegung davon überzeugt, die heilige Mutter Maria habe ihnen diese Falle gestellt um damit über die tapferen Bauern zu wachen.

Wanderwege

Wie bereits erwähnt ist der Türkensturz ein echter Allrounder. Egal welche Schwierigkeitsstufe der Abenteurer anstrebt, dieser Berg findet einen Weg, bis hin zur Kletterwand. Um sich jedoch von der Schönheit der Region und der unbefleckten Natur verzaubern zu lassen, habe ich mich für den Familienwanderweg entschieden. Gestartet wird natürlich in Gleißenfeld, in der sogenannten Sollgrabenstraße. Einfach den sehr gut positionierten Wegweisern folgen, die bereits nach kurzer Zeit zu einem kleinen Parkplatz führen. Auto abstellen, aussteigen und los geht es! Bereits zu Beginn steht eine Tafel, welche einen über die wichtigsten Gräser, Blumen und Gewächse informiert. Daneben werden die hiesigen Tierchen näher betrachtet. Dann führt ein sehr breiter und durch starke Bewaldung sehr schattiger Weg ungefähr eine dreiviertel Stunde hinauf zur Ruine. Die Beschilderung ist wirklich äußerst übersichtlich und für Auswärtige verständlich. Nach ungefähr einer halben Stunde kann man nach rechts, auf eine wunderschöne Alm, abbiegen. Dies ist auch für Spontanentschlossene kein großer Umweg, ungefähr eine viertel Stunde hin. Ich musste einen kurzen Blick wagen und wurde mit einem wundervoll sonnigen Plätzchen belohnt. Nach einer kurzen Rast für mich und ein paar geworfenen Stöckchen für Enzo ging es weiter bergauf. Aber keine Angst – die Steigung hält sich in Grenzen. Nur das letzte Stück direkt zur Ruine (hier muss der Wanderer bei einer Gabelung links abbiegen) ist ein wenig holprig. Wurzeln, Gestein und ein kurzer Steiler Hang konnten mich jedoch nicht aufhalten! Und es lohnte sich. Angekommen, begrüßte mich eine Heurigenbank, eine kleine steinerne Festung und eine faszinierende Aussicht über das gesamte Tal. Ich war verzaubert. Natürlich war ich mit meiner Idee diesen Platz zu genießen nicht alleine, doch trotz grandiosem Wetter waren die Besucher überschaubar.

Keine Ahnung mehr wie lange ich dort blieb, aber es dämmerte bereits als ich mich wieder auf den Rückweg machte. Das Ambiente und die Unterhaltungen mit den freundlichen Abenteurern ließen mich länger verweilen als erwartet. Um nicht in die Dunkelheit zu gelangen und auch mein Auto wieder zu finden, nahm ich den gleichen Weg den ich gekommen war. Dauer insgesamt mit hin und retour somit ungefähr 2 Stunden. Ein klein wenig hungrig und vor allem jedoch durstig, kehrte ich bei meiner Heimfahrt, auf Anraten eines Einheimischen, noch im Cafè und Pub „Nanu“ ein. Ein krönender Abschluss, welcher im nächsten Blogeintrag festgehalten wird. Viel Spaß auch hier beim Lesen

Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

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