Galerie WestLicht Wien

Im Herzen des künstlerischen Wiens befindet sich ein ganz besonderer Schauplatz für alle Freunde der bildlichen Darstellkunst. Die Galerie WestLicht, beheimatet im 7. Wiener Gemeindebezirk wurde im Jahre 2001 aus Privatinitiative vieler Fotografieliebhaber und Sammler gegründet und mittels Leiter Peter Coeln der Allgemeinheit zugänglich gemacht.

Ein Konglomerat aus Kameramuseum (begonnen bei der ersten aus dem Jahre 1839), Fotogalerie, Kaffee und Auktionshaus, welches durch extravagante Ausstellungen immer wieder Anklang bei seinen zahlreichen Besuchern findet. Seit der Gründung wurden bislang an die 100 verschiedene Expositionen gezeigt, darunter finden sich große Namen wie: Henri Cartier-Bresson, Elliott Erwitt und Franz Hubmann.

Bis Ende März zeigt die ehemalige Glasfabrik Werke dreier amerikanischer Fotografinnen, welche sich der sozialen Randfiguren im 20. Jahrhundert gewidmet haben. Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin. Sie versuchen mittels ihrer Kunst verschiedenste Gesellschaftsformen aufzuzeigen, radikale Lebensweisen zu präsentieren und das Innenleben der Menschen einzufangen. Drei Damen aus drei verschiedenen Milieus mit drei unterschiedlichen Zugängen auf die Welt.

Verständigungsschwierigkeiten mit den Fotografien

Vorweg muss ich einräumen weder großartige Kenntnisse über Fotografie noch über Kunst zu besitzen, doch ich habe mich immer für einen halbwegs empathischen Menschen gehalten. Stimmungen und Gefühle aus der Mimik und Gestik meiner Umgebung zu lesen ist mir noch nie sonderlich schwer gefallen, doch diese Ausstellung hat mich leicht irritiert. Ich möchte den Künstlerinnen weder ihre Sicht auf die Welt streitig machen, noch behaupten sie können nicht fotografieren, doch theoretisch waren dies genau meine Gefühle als ich durch die Sammlung der Exponate ging. Menschen sind zu so großer Aussagekraft alleine mit Hilfe ihres Körpers fähig und alle drei Künstlerinnen konnten meiner Meinung nach nicht eine einzige Gefühlsregung wirklich einfangen. Beim Durchschreiten wirkten die Bilder auf mich als hätten die Damen einfach wild drauf los fotografiert und danach einzelne Ausschnitte gerahmt und ausgestellt.

Ich konnte einfach keine tieferen Gefühlsregungen in den abgebildeten Personen erkennen. Ein oder zwei Fotografien sprachen mich an, jedoch bin ich mir auf Grund der anderen „Kunstwerke“ nicht ganz sicher ob dies nicht nur dem Zufall zuzuschreiben ist.  Weder Machart der Bilder noch die gezeigten Motive begeisterten mich und vermittelten mir jenes Gefühl welches von den Künstlerinnen gewollt war –  die emotionale Komponente der Randgruppenfotografien fehlte mir komplett. Ich versuchte es auch unter dem Aspekt zu sehen, dass sehr viele Jahre technischen Fortschritts mittlerweile ins Land gezogen seien, doch die richtige Ausdrucksstärke eines Menschen einzufangen erfordert kein Teleobjektiv oder andere technische Goodies.

Meiner Meinung nach werden hier Bilder ausgestellt, die weder große empathische Regungen auslösen können, noch wirklich anregend sind um sich mit jenen Randgruppen identifizieren zu können. Einzig und allein Nan Goldins Bilder werde ich so schnell nicht vergessen – jedoch hier auch weniger im positiven Sinne. Einen Schockmoment auszulösen in dem man zum Beispiel einen Mann beim Onanieren fotografiert oder sich selbst nachdem man verprügelt wurde, rufen eher Abscheu hervor und präsentieren mir nun wirklich keinen Einblick in die Gefühlswelt anderer Gruppierungen. Ganz im Gegenteil. Gezeigt wird mir dadurch nur eines: Talent wird hier ersetzt durch ein extravagantes Motiv. Nicht das Bild an sich bleibt in den Köpfen der Betrachter, sondern das Gefühl der Ablehnung gegenüber dem Foto. Für mich beinhaltet diese Ausstellung somit eine absolute Themenverfehlung und hat mich nicht sonderlich vom Hocker gerissen. Dennoch: interessant zu sehen welche bildlichen Umsetzungen der Umwelt einen berühmt werden lassen.

Aber wie schon zu Beginn erwähnt, ich habe keinerlei Ausbildung in Kunst und Fotografie, somit bin ich wahrscheinlich einfach nur nicht fähig das Gezeigte zu verstehen. Ich nehme jedoch jederzeit gerne Hilfestellungen an.

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Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

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