Das Schloss Eisenstadt

Das Barockschloss Eisenstadt, grazil, robust und romantisch zugleich, stellt ein Wahrzeichen des Burgenlands dar und beherbergt eine faszinierende Geschichte in welche jeder Besucher unweigerlich eindringt, sobald auch nur ein Fuß in die Gemäuer gesetzt wird.

Wäre diesem wunderschönen Schloss die Gabe der Geschichtenerzählung gegeben, was würde es uns nicht alles mitteilen! Begonnen hat alles im 13. Jahrhundert, als seine Anfänge noch in den Kinderschuhen steckend, es von einer ungarischen Adelsfamilie als Burg erworben und die Umbauarbeiten erstmals in Auftrag gegeben wurden. Jene begründeten die vier markanten Türme, welche noch heute als Markenzeichen des Barockschlosses Erwähnung finden.

Doch soll dieser Artikel natürlich keine historische Zusammenfassung werden welcher Fürst welchen Umbau angestrebt hat um seine Wichtigkeit zu verewigen. Hierfür gibt es genügend Reise-, oder Geschichtsführer zum Nachlesen. Dennoch, einige Stationen im Leben dieses Schlosses müssen kurz zusammengefasst werden:

1622 verpfändete Kaiser Ferdinand II. die Burg Eisenstadt an Nikolaus Graf Esterhazy. Eine schicksalhafte Entscheidung für die Gemäuer. Denn in Folge einer äußerst lukrativen Heiratspolitik dieses Adelsgeschlechts, wurden die Esterhazys zu einer der wichtigsten Familien der damaligen Zeit. Um diese Stellung der Welt zu präsentieren, wurden im Jahr 1663 von Graf Paul großflächige Umbauarbeiten in Auftrag gegeben. Hierbei entstand nicht nur der Glockenturm, welcher noch heute eine der schönsten Glocken im deutschsprachigen Raum beherbergt, sondern auch der Große Saal, heute als Haydnsaal bekannt. Somit kann gesagt werden, dass ohne jenen Grafen, der grandiose Musiker Joseph Haydn nie die baulichen Voraussetzungen gehabt hätte um sein 40jähriges Schaffen am Hofe der Esterhazys zu vollbringen. Ohne seine Klänge wären viele Berühmtheiten, wie auch die schöne Kaiserin Maria Theresia, nie auf die Idee gekommen, dieses Schloss mit ihrer Gunst zu beehren. Eine Ereigniskette welche dem Schloss, Eisenstadt und dem gesamten Burgenland große Berühmtheit hat zukommen lassen.

Doch nicht nur geschichtliches und musikalisches hat dieses Schloss hervorgebracht. Das Adelsgeschlecht der Esterhazys war in vielen Dingen Vorreiter und für damalige Verhältnisse äußerst modern, was natürlich auch zur Bekanntheitssteigerung der Räumlichkeiten beitrug. So wurde zum Beispiel Elektrik eingebaut, es wurden Toiletten angebracht und ein Heizsystem durch zusätzlich eingezogene Mauern begünstigt. Auch bezüglich des Verhältnisses zu ihren Angestellten setzten sie neue Maßstäbe: Bedienstete hatten ihre eigenen Zimmer, welche nicht nur sehr geräumig ausfielen, sondern auch einen gehobenen Standard (Toiletten, Waschmöglichkeiten uvm.) aufwiesen. Zusätzlich waren sie krankenversichert, hatten Anspruch auf Urlaub, bekamen eine Pendlerpauschale bei längerer Anreise zum Schloss und erhielten im Alter eine Pension.

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All diese Daten und Fakten verleihen dem Schloss auch heute noch eine spezielle Faszination und sind Grund dafür, dass jedes Jahr tausende Besucher nach Eisenstadt strömen. Doch auch das Romantikerherz findet im Schloss Esterhazy sein zu Hause. Die Liebe stand bei diesem Adelsgeschlecht trotz strenger Heiratsabkommen oftmals im Mittelpunkt. Zwei dieser Liebesgeschichten sollen hier Erwähnung finden: So kämpfte zum Beispiel Fürst Nikolaus III. um die Liebe zu seiner Angebeteten Sarah Child Villiers. Er inszenierte eine geschickte Entführung um seine Verwandtschaft zu der Heiratserlaubnis zu zwingen. Eine Liebe die auch nach dem frühen Tod seiner Holden noch weiter bestand. Er heiratete niemals wieder, was zu dieser Zeit – vor allem in seiner Stellung am Hofe – sehr untypisch war und ließ zusätzlich einen gigantischen Obelisken, als Erinnerung an seine große Liebe, im Schlosspark errichten. Und auch das letzte Esterhazy-Paar bekommt in den Herzen der Geschichtsfans einen besonderen Platz. Paul V. Fürst Esterhazy verliebte sich unsterblich in die bürgerliche Ballerina Melinda Ottrubay, welcher er trotz kriegerischen Zeiten den Hof machte und ehelichte. Die Liebe der Beiden war so stark, dass sogar ein langer Gefängnisaufenthalt des Fürsten, dessen Flucht und das Leben im Exil in der Schweiz, ihr keinen Abbruch bescherten.

Man erkennt unweigerlich, dass dieses Schloss mit seiner Geschichte und seinen baulichen Vorzügen für viele Geschmäcker als Ausflugsort geeignet ist. Und sollten nach diesen herausragenden Merkmalen noch Zweifel an einer Besichtigung bestehen, eines ist gewiss: der Schlosspark steht dem Ganze um nichts nach! Einen eigenständigen Artikel hätte diese Pracht gar verdient. Ein atemberaubend schöner Teich gekrönt durch den Leopoldinentempel, welcher an den Sibyllentempel von Tivoli in Rom erinnert, gefolgt von einem großflächig angelegten Waldpark. Durchspaziert hat man jenen in ungefähr einer Stunde, doch zum Schluss noch einen Tipp: unbedingt auf einer der vielen Bänke verweilen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Wunderschön!

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Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

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