Falknerei im Fokus

Der Biss in den Nacken ist eines der Markenzeichen verschiedenster Falkenarten um die Beute zu töten. Genau nach dieser Jagdmethode wurde die Falknerei – auch Beizjagd (beißen) benannt.

Doch was genau wird jetzt unter dem Begriff „Falknerei“ verstanden? Er bedeutet das Abrichten, die Pflege und natürlich auch das Jagen verschiedenster Feder- und Haarwildtiere mit einem Greifvogel. Entstanden vermutlich im 7. Jahrhundert vor Christus im asiatischen Raum, hat sich diese Art des „Beute machen’s“ durch den sogenannten Falkenkaiser Friedrich II. (1194 – 1250 n. Chr.) in europäische Gefilde begeben und wurde bis heute nicht vergessen. Darum gilt es mittlerweile als Kulturgut und wurde im Jahre 2012 als UNESCO Kulturerbe ausgezeichnet.

Keine effektive Jagd

Das Jagen mit speziellen Kenntnissen und hohem Einfühlungsvermögen sind bei der Falknerei gefragt. Die Jagd in einem Team von Beizvogel, Jagdhund und Jäger bringt weniger den zahlenmäßig hohen Jagderfolg – vielmehr ist das ideelle Erlebnis ein zentrales Thema für den Falkner, er ist ein bescheidener Jäger.

Genau aus diesem Grund war diese Form des Jagens nach Aufkommen der Schusswaffen obsolet. Es schlug sogar ins Gegenteil um und Greifvögel wurden nur mehr als Nahrungsmittelkonkurrent angesehen. Auch wurde der natürliche Lebensraum durch die Industrialisierung im 20. Jahrhundert dramatisch verkleinert und die zur Landwirtschaft angewandten Pestizide vergifteten die Vögel, welches beinahe zur gänzlichen Ausrottung geführt hätte. Durch Vogelschutzorganisationen, die Renaturalisierungen durchführten wurde dies jedoch verhindert.

Rennaissanceschloss Rosenburg im Waldviertel

Um diese uralte Tradition nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, haben sich einige Lokalitäten gefunden, welche sich der Falknerei mit Leib und Seele angenommen haben und jene Jagd als Showprogramm für Touristen praktizieren. Darunter auch das Schloss Rosenburg im Waldviertel, welches sich im gleichnamigen Ort befindet. Hier werden zwei Vorführungen pro Tag gestartet. Ausgebildete Falkner zeigen in 40minütigen Shows verschiedenste Greifvögel und deren Jagdverhalten. Natürlich mit einem gewissen Unterhaltungsfaktor – lassen sie die Jagdvögel doch mitten durch die Zuseher fliegen. Grandiose Show und hautnah gefühlte Spannung für Groß und Klein.

„Falknerei ist kein Beruf sondern eine Leidenschaft“, so eine der jungen Falknerinnen auf Schloss Rosenburg nach der Show. „Um dies auszuüben, benötigt man einen Jagdschein und danach erst kann man sich einen erfahrenen Falkner suchen, der einen unter seine Fittiche nimmt. So wird diese Tradition weitergegeben und erlernt.“

Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

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