Foltermuseum

Folter… ein kleines Wort mit großer Bedeutung. Schon alleine der Klang dieser sechs Buchstaben lässt Menschen einen kalten Schauer über den Rücken fahren. Doch leider ist dieses Thema auf der ganzen Welt zentraler Bestandteil der Geschichte. Da in manchen Teilen der Erde diese Art der unmenschlichen Behandlung noch praktiziert wird, ist es essentiell immer wieder auf diese Grausamkeiten hinzuweisen.

„Solange Folter nicht überall in der Welt gerichtlich verfolgt und bestraft wird, wird sie nicht aufhören.“ (E.Peters) Diese Zeilen findet man auf der Homepage des Foltermuseums in Wien, welches sich zur zentralen Aufgabe gemacht hat die Missstände von damals aufzuzeigen und die heutigen, immer noch menschenverachtenden Zustände, zu thematisieren.

Ort des Grauens

Eher zufällig gefunden als aktiv gesucht eröffnete sich mir das Foltermuseum in Wien. Sehr versteckt hinter dem Haus des Meeres, dies war unsere eigentliche Destination, konnten wir jedoch beim Anblick des vielversprechenden Eingangs nicht wiederstehen. Das Museum wurde in einem historischen Schutzbunker des zweiten Weltkriegs angelegt, so schauderte es uns bereits beim Eintreten. Auch die kahlen Steinstufen vermittelten ein Eintreten in die Vergangenheit und leichte Gänsehaut ließ sich nicht vermeiden.

Unten angekommen stand auch schon die Kassa bereit, die leider ein wenig der düsteren Stimmung verfliegen lässt. Durch unzählige Goodies sehr überladen, zahlten wir 6 Euro Eintritt pro Person und durften weitergehen. Zunächst in einen kleinen Seitenraum, welcher einen Bombenangriff suggerierte. Sehr detailgetreu wurde vertont, die Einschläge wirkten sehr echt und ein beklemmendes Gefühl stellte sich unweigerlich ein. Sehr guter Einstieg um auch die persönliche Stimmung auf das kommende Grauen vorzubereiten.

Danach eine Sonderausstellung: Die Insassen von Guantanamo. Hier sollte man sich wirklich Zeit nehmen um all die Geschichten durchzulesen die dort ausgestellt sind. Verbrecher, oftmals auch Mörder, doch auch Unschuldige werden hier zitiert oder erzählen selbst ihre Story. Auch wenn manche dieser Menschen selbst unaussprechliche Taten vollzogen haben, diese Foltermethoden sind menschenunwürdig und lassen einen bis ins Mark erschrecken. Natürlich – ein sehr diffiziles Thema, welches sehr oft zu regen Diskussionen führt. Doch davon zu hören wie Insassen dort behandelt werden ist leichter zu verdauen als die Geschichten aus den Mündern selbst zu hören beziehungsweise zu lesen…

Emotional sehr in Mittleidenschaft gezogen machten wir uns nach ungefähr einer Stunde in dieser Zusatzausstellung weiter auf den Weg in das eigentliche Museum. Ein Gang führte durch den Bunker in welchem durch Puppen, in Verbindung mit originalgetreuen Exponaten, die verschiedensten Foltermethoden dargestellt wurden. Mittels Aushängetafeln wurde genau erklärt wie diese Methode angewandt wurde, welches Vergehen begangen werden musste und welchen Ausgang, damit ist Tod, Verletzungen oder Scham gemeint, jene hatte.

Sehr informativ aufbereitet und manchmal auch interaktiv dargeboten wirkten die Puppen leider oftmals ein wenig belustigend. Natürlich soll hier niemand auf Grund des gezeigten in eine mentale Krise stürzen und selbstverständlich soll auf den Besuch von Kindern geachtet werden, doch ein klein bisschen mehr Ernsthaftigkeit sollte vermittelt werden. Immerhin ist es ein sehr emotionales Thema und sollte zum Nachdenken anregen, nicht zum Schmunzeln über etwaige komisch dargestellte Puppen. Doch der Bildungsauftrag wird definitiv erfüllt. Das Museum wird garantiert nicht ohne Lerneffekt verlassen.

Fazit: Um seiner Freizeitplanung etwas Bildendes hinzuzufügen ist dieses Museum garantiert einen Besuch wert! Der Eintritt ist für das Gebotene angemessen und für einen Nachmittagsausflug, auch mit Kindern, geeignet.

Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

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