Einen Sprung nach Heviz

Heviz – eine Kleinstadt in Ungarn mit ungefähr 4300 Einwohnern, ganz in der Nähe des Plattensees und der historischen Stadt Keszthely – bietet auf Grund seines Thermalwassers jedes Jahr mindesten 900.000 Besuchern Platz zum Entspannen und zur Heilung.

Erstmals Erwähnung findet der Ort im Jahre 1328, zu Zeiten der römischen Besetzung. Bereits jene nutzten das Gewässer ob seiner heilenden Kräfte. Die Kur jedoch, so wie sie heute besteht, natürlich mit einiger Weiterentwicklung, besteht nun mehr seit über 200 Jahren – initiiert von Graf Festetics, der seine Nachfahren noch heute im nahen Keszthely, im gleichnamigen Schloss, beheimatet wissen kann.

Der Heilsee in Heviz ist mit seinem 4,4 Hektar großen Gebiet, der größte natürliche und biologische Thermalsee der Welt. Da seine Quelle sich aus einem 38 Meter tiefen Krater speist, wird das Wasser des Sees alle 72 Stunden komplett ausgetauscht. Schwefel, Kohlendioxid, Kalzium, Magnesium, Hydrogenkarbonat und leicht radioaktive Eigenschaften machen das Gewässer zu etwas ganz Besonderem. Denn diese Zusammensetzung hilft bei rheumatischen Beschwerden, soll Magen-Darm Erkrankungen heilen und wird dadurch zu physiotherapeutischen Maßnahmen angewandt – nicht nur äußerlich, sondern auch Trinkkuren werden oftmals verschrieben. Auf Grund der angenehmen Wärme des Thermalsees ist er ganzjährig zu „bebaden“, ganz zur Freude nicht nur der Erkrankten, sondern auch der Tourismusbranche in Heviz.

Sightseeing:

Denn obwohl dieser Ort sich auf Grund seines heilenden Thermalwassers hauptsächlich an die ältere Generation richtet, hat er in den letzten Jahren einen wahnsinnigen Aufschwung hingelegt. Nicht nur Restaurants, Bars und Einkaufsmöglichkeiten sprießen mittlerweile aus jeder Ecke, sondern auch Sehenswürdigkeiten wie römische Ausgrabungen, Weinberge, eine hübsche Kirche, ein kleiner Markt und eine Kunstgalerie laden zum Flanieren in dem kleinen Städtchen ein. Besonders beliebt sind die Radtouren. Auf zwei Rädern lässt sich die Gegend sehr gut auf eigene Achse erkunden – aber keine Sorge: natürlich gibt es auch geführte Touren.

Auf Herz und Nieren geprüft:

Mittlerweile gibt es fast 10.000 verschiedene Beherbergungsmöglichkeiten im schönen Heviz. Um den Thermalsee und das Angebot darüber zu testen, haben wir uns für das Hotel Europa Fit direkt in der Stadt entschieden. Die Nähe zur Heiltherme versprach alles zu Fuß erkunden zu können.

Im Hotel wurden wir mit einem Begrüßungspaket empfangen – Marmelade und Honig aus der näheren Umgebung. Ein wirklich herzliches Gastgeschenk. Die Zimmer waren äußerst geräumig, mit kleinem Balkon, sehr sauber und modern gestaltet. Das Hotel an sich war nicht ganz so modern, doch auf seine altmodische Weise äußerst liebenswert. Teppichböden, Holzeinsätze aber sehr gepflegt und schön. Die Lobby bot zusätzlich einige Sitzmöglichkeiten und im ersten Stock eine kleine Bar, welche jeden Abend mit einer Happy Hour und Livemusik lockte. Auch die Angestellten waren sehr hilfsbereit und freundlich. Wir waren begeistert. Natürlich nutzten wir auch das Wellnessangebot: Sauna, Infrarot, Salzkammer und Pool (auch ein Heilwasserpool war angelegt). Sehr überzeugend. Für Hausgäste werden auch sportliche Aktivitäten wie Wassergymnastik, Joga usw. angeboten – nicht enttäuscht sein: das Angebot richtet sich natürlich an Heilgäste und nicht an Profisportler!

Das Essen in Form eines Frühstück-, und Abendbuffets war grandios! Alles was das Schlemmerherz begehrt fand man auf einer riesigen Tafel. So viel gegessen haben wir schon lange nicht mehr, doch im Sinne des Testens mussten wir ja alles versuchen. Ganz uneigennützig versteht sich!

Natürlich haben wir auch die Heiltherme getestet. Eines sei gesagt – es ist und bleibt, auch wenn es mittlerweile weltweite Bekanntheit gefunden hat, ein kleines Städtchen in Ungarn. Sie legen natürlich besonderen Wert auf Sauberkeit und einen gehobenen Standard, doch auf Grund des Schlamms und des Schwefels gelingt dies leider nicht vollständig. Oftmals fehlt es doch ein wenig an Reinlichkeit – aber der Heilschlamm ist nun mal wirklich überall zu finden. Das Wasser ist angenehm warm, bei kälteren Außentemperaturen jedoch trotz seiner 22 Grad im Sommer, etwas kühl wenn man wieder hinaussteigt. Eine Verbindung zu Drinnen existiert nämlich nicht. Die Saunalandschaft in der Therme ist jedoch wirklich zu empfehlen – doch aufgepasst: auch hier gelten ungarische Standards. Handtücher sind hier weniger in Verwendung als einfache Leintücher welche sofort gänzlich durchnässt sind. Mag man dies nicht ist es zu empfehlen sich ein eigenes mitzubringen.

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Um natürlich auch eine Heilanwendung zu versuchen, haben wir uns für eine berühmte Schlammpackung entschieden. Äußerst angenehm aber sehr schmutzig. Naja irgendwie logisch wenn man am gesamten Körper mit Schlamm bedeckt und in Tücher eingehüllt wird. Aber der Entspannungsfaktor ist hier definitiv gegeben.

Ausflugmöglichkeiten:

Bei Möglichkeit ins nahegelegene Keszthely fahren um sich das Schloss Festetics anzuschauen. Nicht nur das Gebäude ist ein absoluter Augenschmaus, sondern auch der im Innenhof befindliche Weinkeller lädt zur kleineren Pause ein.

Wer sich jedoch nicht nur zum Essen, Trinken und Entspannen nach Heviz begeben hat, kann im nahegelegenen Zala Springs Golf spielen. Auch das haben wir in einer Schnupperstunde versucht – Erkenntnis: gar nicht mal so leicht! Aber ein sehr schöner Platz, der von Golfspielern sehr gute Kritiken erhält.

Fazit: Ein toller Ausflug, ein sehr nettes Städtchen, eine angenehme Therme, welche natürlich auch durch die noch immer niedrigen Preise bei uns Österreichern sehr beliebt ist und eine wunderschöne grüne Gegend welche zu allerlei weiteren Ausflügen einlädt. Es war sicher nicht das letzte Mal für uns in Heviz!

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Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

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