Das Glitzern Roms!

Jährlich beherbergt Rom, die größte Stadt Italiens, an die 12 Millionen Touristen, welche zu jeder Jahreszeit, die noch immer unüberschaubar zahlreichen Sehenswürdigkeiten bestaunen kommen. Doch warum wecken gerade altes Gestein und Ruinen das Interesse so vieler Reisenden? Unsere Redaktion wollte dem Mythos der ewigen Stadt auf den Grund gehen und verbrachte den heurigen Jahreswechsel in Romulus Stadt.

Planung und Anreise:

Eines sei vorweg gesagt, ganz nach dem Sprichwort „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“, muss auch die Reiseplanung angelegt werden. Denn eines ist klar: ein Kurztrip reicht nicht ansatzweise um die wunderbaren Schätze alle zu besichtigen! So ist es von Vorteil sich vorweg einen Reiseführer zu besorgen, der nicht nur im Bücherregal verstaubt, sondern auch wirklich durchgearbeitet wird. Festgelegt sollte werden: will man die Stadt zu Fuß, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Auto erkunden, welche Sehenswürdigkeiten sind ein Muss, welche Museen möchte man besuchen und worauf kann man bei der Reise durch vorhandenes Desinteresse verzichten. Ist dies einmal festgelegt so fällt die Reise sicherlich entspannter aus.

Dann auch noch das Reisebudget festlegen, denn: Rom ist alles andere als eine preiswerte Stadt! Eintritte zu den verschiedensten Museen und anderen Sehenswürdigkeiten sollten auf jeden Fall schon zu Beginn miteingerechnet werden. So vermeidet man spätere Engpässe. Lieber ein klein wenig bei der Unterkunft sparen – ihr werdet so und so nicht viel Zeit dort verbringen!

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Wir sind mit Eurowings von Wien Schwechat am 30. Dezember 2017 nach Rom aufgebrochen. Ein Billigflug, sehr kurzfristig gebucht, der für eine Städtereise völlig ausreichend ist. Getränke gibt es einmal bei Abflug und kurz vor Ankunft, Essen kann jederzeit extra dazu bestellt werden. Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit, somit absolut zu empfehlen.

In Rom angekommen fährt man mit der Schnellbahn zum Rom Termini, dem Bahnhof. Dies ist ein Reisezentrum von welchem es in alle Richtungen mit allen möglichen Transportmitteln weitergeht. Ganz wichtig: es gibt eine sogenannte Rom-Card für verschieden lange Aufenthalte. Jene kann bereits vorher online bestellt werden, oder direkt vor Ort in den Trafiken. Kauft man richtig ist oftmals auch ein gratis Eintritt in ein Museum mit dabei.

Unterkunft:

Ganz wichtig vor der Buchung: in Rom sind die angegebenen Sterne oftmals nicht mit unserem Standard vergleichbar. Dies hatte schon oft enttäuschte Gesichter zur Folge. Winzige Zimmer die sich direkt zur stark befahrenen Straße neigen, nicht vorhandene Duschvorhänge und unfreundliches Personal gehören ihr zur Tagesordnung. Römer legen auf andere Dinge den Fokus: ihnen ist ein pompöser mit Marmor verkleideter Eingang, ein hübscher Innenhof und eine sehenswerte Aussicht viel wichtiger.

Auf Grund dieser Information haben wir sich für ein B&B entschieden, welches ganz in der Nähe der Vatikanstadt seinen Platz hat: es hieß „B&B Laokoon“. Und wir wurden eines besseren belehrt. Ganz versteckt in einer kleinen Seitenstraße bei der Via Cipro befand sich dieses Schmuckstück. Der Zugang durch einen wunderschönen Innenhof, machte das Absurdum – eine Wohnung wurde zu diesem B&B einfach umgebaut – absolut wett. Ok, die Zimmer waren klein, das Badezimmer noch viel schmaler, doch es war ausgesprochen sauber, süß eingerichtet und die Besitzerin sehr zuvorkommend. Jeden Tag Frühstück ans Bett – na gut es gab ja auch keinen wirklichen Tisch dafür – mit Cappuccino, Brot, Aufstrichen, Joghurt und Naschereien wärmten unser Herz. Sieht uns Rom noch einmal, dann garantiert wieder in diesem B&B!

  1. Tag:

Nachdem das Zimmer bezogen war, packten wir unsere Rucksäcke und unsere Kamera und marschierten los. Wir waren doch ganz in der Nähe der Vatikanstadt – das war unser erstes Ziel! Es dauerte nicht lange, da waren wir schon Mitten in eine Menschentraube gefangen und wurden weitergeschoben. Erst später bemerkten wir, dass wir an den Vatikanischen Museen vorbei direkt zum Petersplatz gedrückt wurden. Solche Massen hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Auf dem Platz verteilte sich das Getümmel jedoch wieder und so standen wir im Reich des Papstes. Das Glaubenszentrum der Christen. Ein Anblick welcher unseren Atem kurzzeitig stocken ließ. Der Petersdom so groß und wunderschön ragte vor uns auf, die Säulengänge umrundeten uns und natürlich ein riesiger Christbaum zog den Blick der Touristen auf die Mitte des Platzes und dem darauf herausragenden Obelisken. Eine ruhe durchzog unsere Gemüter, wir verloren jegliches Zeitgefühl. Jeder Winkel wurde erkundet, jeder Stein begutachtet. Ein grandioses Gefühl.

Doch aufpassen: will man auch von Innen besichtigen, muss auf jeden Fall ein ganzer Tag eingeplant werden. Zu Weihnachten und Silvester wahrscheinlich sogar zwei. Denn die Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle beherbergen nicht nur die größten Kunstschätze der Welt, sondern schaffen auch die längsten Warteschlangen. Am besten ist es auch Karten online vorzubestellen, damit man sich ein paar Stunden spart.

Wir haben uns dazu entschlossen „nur“ den äußeren Teil zu begutachten. Wir liefen den Platz ab, sahen uns in den „Giardini Vaticani“ (Vatikanischen Gärten) um und marschierten weiter zur bekannten Engelsburg, welche in die Geschichte als Fluchtburg der Päpste eingegangen ist. Hier bewunderten wir zusätzlich die schönste Brücke Roms, die „Ponte Sant’Angelo, die nur für Fußgänger zugänglich ist. Hier gönnten wir uns einen schmackhaften Kaffee (in Italien ist der sogenannte „Stehkaffee“ um einiges billiger als wenn man in den Lokalen sitzen bleibt) und wanderten weiter um ein Restaurant zu finden.

Exkurs Essen:

Für die Einheimischen liegt die Kunst oftmals nicht in den Barocken Schmuckstücken welche die gesamte Stadt bedecken, sondern in der Ausführung ihrer Leidenschaft: essen und trinken. Wird das Frühstück bei ihnen nicht ausgedehnt zelebriert und manchmal sogar nur zu einem Cappuccino gegriffen, muss Mittags und Abends warm gegessen werden. Hier gibt es zahlreiche Restaurants, welche zu jeder Jahreszeit den Gastgarten geöffnet haben. Dafür stehen Heizschwämme und Decken zur Verfügung. Gegessen wird natürlich gerne Pasta – manche Nudelläden führen mehr Auswahl als Spielzeuggeschäfte – doch auch Fisch, Pizza und Salate. Dazu wird dann ein Gläschen Wein oder Bier getrunken und abschließend ein Kaffee.  Begibt man sich ein wenig abseits der großen Touristenzentren, so sind Kellner auch noch freundlich.

  • Tag:

Silvester! Auch in der ewigen Stadt steht dieser Tag unter einem besonderen Licht. Der Jahreswechsel wird bei vielen Römern sehr traditionell gehalten. Zu Hause bei Mama wird mit der gesamten Familie gegessen, dann wird auf einen der sieben Hügel Roms marschiert, das Feuerwerk betrachtet und danach geht es wieder ab nach Hause. Auch die Jugend hält es ähnlich. Es wird mit den Freunden Sekt oder Wein, ein traditioneller Kuchen und Knabbereien besorgt, auf einen Berg gewandert und dort in der Menschenmasse gefeiert. Da es hier fast keine Bars oder Pubs vergleichbar mit Österreichischen gibt, wird die Party auf die Straßen verlegt.

Wir wollten natürlich auch den Abend und die Nacht auskosten, so hielten wir den zweiten Tag sehr sparsam mit unserer Sightseeing-Tour. Wir erkundeten verschiedene Piazzen, denn hier befindet sich das eigentliche Leben der Römer. Wir aßen, tranken und spazierten bis wir zum Park der Villa Borghese kamen – ein besonders erwähnenswertes Highlight. Das Museum war für uns leider nicht zugänglich – wir hätten Karten vorreservieren müssen – doch den Garten, welcher sich über einige Kilometer weit erstreckte, erkundeten wir genauestens. In Mitten der Baumalleen fanden wir einen kleinen Teich, auf welchem Ruderboote angeboten wurden. Sehr romantisch!

Nach unseren Spaziergängen, kauften wir ganz nach Art der Römer Sekt, Kuchen und Knabbereien und begaben uns, nach einem vorzüglichen Mahl im Restaurant Einstein, zum Kolosseum. Auf einer Brüstung direkt davor machten wir es uns gemütlich, öffneten unser Picknick und warteten auf Schlag Mitternacht. Immer mehr Menschen strömten auf den Platz, auch Autos wurden einfach in zweiter Reihe abgestellt. Kurz vor Punkt war alles dicht. Niemand kam mehr vor oder zurück, doch niemanden störte es. Gemeinsam wurde gezählt und gefeiert. Die Korken knallten, und das Feuerwerk war einfach nur grandios. Eine Stimmung von Zusammengehörigkeit, wie sie selten so erlebt werden kann. Und wir waren ein Teil davon. Danach dauerte es eine kleine Weile, doch die Massen zerstreuten sich, jeder ging seiner Wege und es wurde durch die Straßen gefeiert. Einfach toll.

  • Tag:

Nach einem pompösen Frühstück machten wir uns heute auf den Weg und besichtigten das Kolosseum und das Forum Romanum. Ganz wichtig: auch hier online vorbestellen. Hat super funktioniert und wir hatten trotz vieler Besucher fast keine Wartezeiten. Am Eingang erhält man einen Audioguide, der in vielen verschiedenen Sprachen vorhanden ist (hier können kleine Wartezeiten entstehen da jene mit Akku laufen und oftmals aufgeladen werden müssen) und wird auf eigene Verantwortung in die Ruine geschickt. Genial, da man sich genau auf seine eigenen Interessen fokussieren kann. Nach dem Amphitheater, welches wirklich äußerst imposant ist, geht es weiter in das Forum Romanun, leider ohne Guide. So ist es doch ein wenig mühsam sich selbst ein genaues Bild der „Steinhaufen“ zu machen. Es ist einfach wirklich viel Information auf einmal. Doch um den Geist wieder ein wenig aufzulockern geht es weiter auf den Palatin. Jener bildet laut Legende den Grundstein des römischen Weltreichs, da hier Romulus das Zeichen der Vogelschau erhielt, der ihm prophezeite er werde Herrscher über Rom.

Nach diesem enormen Marsch spazierten wir langsam zum Circo Massimo und weiter zum Bocca della Verita – den „Mund der Wahrheit“, welcher bereits in vielen amerikanischen Filmen mitgespielt hat. Liebespärchen sollen hier testen ob der Partner auch die Wahrheit spricht. Einfach nur die Hand hineinhalten und abwarten. Bleibt sie dran, so steht der Liebe nichts mehr im Wege.

  • Tag:

Diesen Tag nutzten wir um noch die wichtigsten Stationen in Rom abzuklappern. Am Trevi Brunnen warfen wir eine Münze – dies besagt man komme irgendwann einmal wieder nach Rom zurück, wir bestiegen die spanische Treppe und flanierten durch die noblen Geschäfte welche sich darum angesiedelt haben, begaben uns zum „Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele“ das gleich nach dem Kolosseum in unser Highlightranking aufgenommen wurde und ließen uns mit einem echten Römer in geschichtlich richtiger Kampfuniform fotografieren. Doch aufgepasst: jene stehen gerne um das Gebäude herum um Touristen für Fotos zu kapern – jene wollen danach aber gar nicht wenig Geld. Tipp: einfach das geben was man will und kein schlechtes Gewissen haben!

An diesem letzten Abend besuchten wir auch noch das von den Römern als „Touristenviertel“ bezeichnete Trastevere. Früher ein besonders herzliches Viertel, in welchem die Einheimischen Abends ihre Stühle auf die Straßen stellten um miteinander zu Tratschen, hat es sich heute zur „Fressmeile“ entwickelt. Ein Restaurant reiht sich an das nächste. Hier sind sogar ein oder zwei Pubs zu finden. Ein Jammer für die Römer, da viele genau aus diesem Grunde weggezogen sind, eine Freude für die Touristen. Denn hier findet das Schlemmerherz wirklich alles was die Vorstellungskraft hergibt. Eine Gaumenfreude sondergleichen gepaart mit wundervollen kleinen Gassen die zum Verdauungsspaziergang einladen. Am fünften Tage unserer Reise ging es dann wieder nach Hause. Eines sei auf jeden Fall gesagt: Rom sieht uns mit Sicherheit wieder. Denn eine Reise reicht nicht um die prunkvollen Schönheiten dieser Stadt alle zu sehen. „Die eigentliche Stadt der Liebe“, so nannte sie ein bekannter Tourist. Mal sehen, vielleicht geht unsere nächste Reise nach Paris um diesem Mythos nach zu gehen.

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Autor: lreisen

Freierufliche Journalistin, Redaktionsleiterin, Texterin, Autorin. Mein Erfahrungsschatz entwickelte sich im Rahmen meiner Tätigkeiten bei diversen Magazinen und Zeitschriften.

Ein Kommentar zu „Das Glitzern Roms!

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